CARLOS Folder F – 360 Wh – 20 Zoll – Faltrahmen

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Beschreibung

CARLOS Folder F – 360 Wh – 20 Zoll – Faltrahmen

Wir haben dieses Modell genauer unter die Lupe genommen, weil es eine Kategorie bedient, die in der Beratung oft unterschätzt wird: das elektrische Faltrad für den täglichen Einsatz. Nicht das Spielzeug für den Campingurlaub, nicht das Lifestyle-Objekt fürs Foto, sondern ein Werkzeug. Ein Werkzeug, das faltet, Strom liefert und dabei nicht so wirkt, als hätte man drei Kompromisse gleichzeitig geschluckt.

Der CARLOS Folder F ist ein 20-Zoll-E-Klapprad mit Faltrahmen und einem 360-Wh-Akku. Das klingt zunächst unspektakulär – bis man versteht, was hinter diesen drei Eckdaten steckt und wie sie zusammenspielen.

Antrieb & Performance: Was 360 Wh im Alltag bedeuten

Fangen wir mit dem Akku an, denn der ist das Herzstück. 360 Wattstunden – das ist eine Kapazität, die in dieser Fahrzeugklasse ernst genommen werden muss. Zum Vergleich: Viele günstige Faltrad-Akkus starten bei 250 bis 280 Wh und sind damit für Pendler mit längeren Strecken kaum geeignet. Mit 360 Wh bewegt man sich in einem Bereich, der – abhängig von Unterstützungsstufe, Gelände und Fahrergewicht – realistische 50 bis 70 Kilometer Reichweite ermöglicht. Das ist kein Laborwert unter Idealbedingungen, sondern eine Hausnummer, mit der man im städtischen Alltag arbeiten kann.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Kapazität, sondern auch die Positionierung des Akkus am Rahmen. Bei einem Faltrad ist dieser Punkt kritisch: Der Akku muss so sitzen, dass er den Faltvorgang nicht behindert und das Gewicht trotzdem möglichst zentral bleibt. Zu weit hinten bedeutet nervöses Lenkverhalten auf langsamer Fahrt, zu weit vorne kippt das Rad beim Abstellen aus der Hand. Hier zahlt sich Konstruktionserfahrung aus.

Die Kraftübertragung eines E-Faltrads mit 20-Zoll-Laufrädern hat eine eigene Charakteristik. Die kleineren Räder drehen schneller, was bedeutet, dass der Motor in einem anderen Drehzahlbereich arbeitet als bei einem 28-Zöller. Das Fahrgefühl ist direkter, reaktiver – fast ein wenig lebhafter. Wer vom klassischen E-Citybike umsteigt, braucht kurz, um sich daran zu gewöhnen. Danach schätzt man es: Das Rad reagiert sofort, die Beschleunigung aus dem Stand ist präzise dosierbar, und im urbanen Stop-and-go-Verkehr fühlt man sich damit deutlich wendiger als mit einem großen Tourenrad.

Fahrwerk & Geometrie: Kompakt, aber kein Spielzeug

20 Zoll ist eine Radgröße mit klaren Stärken und klaren Grenzen. Die Stärken: kurzer Radstand, enge Kurvenradien, geringes Packmaß im gefalteten Zustand. Die Grenzen: Fahrbahnunebenheiten, Schlaglöcher und Straßenbahnschienen werden direkter weitergegeben als bei einem 26- oder 28-Zöller. Auf glattem Asphalt und gut ausgebautem Radweg ist das kein Thema. Auf holprigem Kopfsteinpflaster oder aufgebrochenem Stadtasphalt merkt man den Unterschied.

Hier empfiehlt sich ein Blick auf die Reifenbreite. Breitere Reifen – ab etwa 2,0 Zoll – puffern Unebenheiten besser ab und geben gleichzeitig mehr Traktion, besonders auf nassen Oberflächen. Ein schmalerer Reifen rollt zwar leichter, wird aber bei schlechtem Wetter ungemütlicher. Welche Reifendimension CARLOS beim Folder F verbaut hat, sollte man beim Händler konkret nachfragen und bei Bedarf gegen eine breitere Option tauschen – bei 20-Zoll-Felgen ist die Auswahl gut.

Die Geometrie eines Faltrads ist naturgemäß kompakter als bei einem Vollrad. Das bedeutet kürzere Kettenstreben, mehr Aufbäumungsneigung beim starken Anfahren mit Motor, und eine aufrechte Sitzposition, die entspanntes Stadtfahren begünstigt. Für Touren über 50 Kilometer ist das nicht die ideale Haltung, aber für Pendeln, Einkaufen und kombinierte ÖPNV-Nutzung passt es perfekt.

Komponenten-Check: Schaltung und Bremsen aus der Werkstattperspektive

Bei Falt-E-Bikes sind Schaltung und Bremsen die Bauteile, die am stärksten über Langzeittauglichkeit entscheiden. Wir schauen uns das immer genau an.

Schaltung: Ein Faltrad mit E-Antrieb braucht keine zwölffache Kettenblatt-Orgie. Sieben oder acht Gänge sind im Stadtbetrieb vollkommen ausreichend, wenn die Abstufung sinnvoll gewählt ist. Wichtiger als die Gangzahl ist die Qualität des Schaltwerks und die Kompatibilität mit dem E-Antrieb. Schaltungen aus dem Hause Shimano – beispielsweise Tourney oder Altus im Einstiegsbereich, Acera oder Alivio im mittleren Segment – sind wartungsfreundlich, langlebig und in jeder Werkstatt reparierbar. Das ist kein kleiner Punkt: Exotische Eigenmarken-Schaltungen sehen im Katalog gut aus, stellen Mechaniker aber vor echte Probleme, wenn Ersatzteile gebraucht werden.

Bremsen: Hier ist für uns als Fachhändler die wichtigste Frage immer: Scheibenbremse oder Felgenbremse? Ein E-Faltrad mit 360-Wh-Akku erreicht Gewichte, bei denen Felgenbremsen bei Nässe an ihre Grenzen stoßen. Der Bremsweg verlängert sich signifikant, wenn die Felge nass und eventuell leicht fettig ist. Hydraulische Scheibenbremsen dagegen arbeiten nahezu unabhängig vom Wetter – nass, trocken, Schmutz, Matsch. Der Druckpunkt bleibt konstant, die Dosierbarkeit ist spürbar besser. Wer das Rad täglich nutzt und nicht immer bei trockenem Sonnenschein fährt, sollte auf diesen Punkt bestehen. Mechanische Scheibenbremsen sind ein akzeptabler Kompromiss, bieten aber nicht die gleiche Feedbackqualität wie die hydraulische Variante.

Auch die Kabelführung beim Faltrad verdient einen Blick: Schalt- und Bremszüge müssen den Faltvorgang unbeschadet mitmachen, ohne zu knicken oder sich zu verhaken. Gute Kabelmanagement-Lösungen erkennt man daran, dass die Züge beim Falten nicht unter Spannung geraten und die Biegeradien großzügig sind. Wer regelmäßig faltet – morgens in die Bahn, abends wieder auf, mehrmals täglich – merkt innerhalb weniger Monate, ob das gut gelöst ist.

Alltag & Ausstattung: Was den Unterschied macht

Ein E-Faltrad muss alltagstauglich sein – das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Entscheidung, die der Hersteller beim Entwickeln trifft. Ausstattungsmerkmale wie Beleuchtung, Schutzbleche und Gepäckträger sind dabei kein Luxus, sondern Voraussetzungen für den echten Einsatz.

Licht: Wer mit einem unbeleuchteten Faltrad in die Bahn steigt und abends zurückfährt, ist nicht nur gefährdet, sondern auch nicht gesetzeskonform. Ein StVZO-zugelassenes Licht, idealerweise mit Standlicht und Dynamo- oder Akkuanschluss, gehört zur Grundausstattung für das Ganzjahres-Pendeln.

Schutzbleche: Bei einem 20-Zöller mit engem Radkasten können Schutzbleche knifflig in der Montage sein, sind aber unverzichtbar. Ein breites Hinterblech, das bis weit unter die Sitzstrebe reicht, hält Rücken und Gepäck trocken. Nichts disqualifiziert ein Alltagsrad schneller als ein dünnes Plastikblech, das bei der ersten Feuchtigkeit versagt.

Gepäckträger: Das ist der Punkt, bei dem Faltrad-Konstrukteure oft kapitulieren. Der kurze Radstand und die spezifische Rahmenkonstruktion machen klassische Hinterradträger schwierig. Wer regelmäßig Einkäufe, Aktenkoffer oder einen Rucksack transportiert, sollte prüfen, ob der Folder F einen Träger hat oder nachrüstbar ist. Ohne Träger und Ortlieb-Tasche ist das Rad für viele Pendler nur halb fertig.

Zielgruppe: Wer steckt hinter diesem Rad?

Der CARLOS Folder F richtet sich an Menschen, die täglich pendeln und dabei flexibel bleiben müssen. Konkret: wer morgens das Rad in die S-Bahn nimmt, nachmittags durch die Innenstadt fährt und abends das Rad in der Wohnung oder im Büro verstaut. Der 360-Wh-Akku sorgt dafür, dass man nicht ständig mit dem Reichweiten-Taschenrechner in der Hand fährt. Das macht dieses Modell interessant für Strecken bis etwa 30 Kilometer täglich – mit Reserve.

Geeignet ist es außerdem für Reisende, die ihr Rad mit in den Urlaub nehmen wollen, ohne ein Sonderticket für Sperriges lösen zu müssen, und für alle, die zu Hause wenig Platz haben und trotzdem nicht auf elektrische Unterstützung verzichten wollen.

Weniger geeignet ist der Folder F für Tourenfahrer, die lange Tagesetappen über 80 Kilometer planen, für Fahrer auf sehr unebenem Gelände, und für alle, die ein sportliches Fahrgefühl mit aggressiver Geometrie suchen. Das ist nicht das Revier dieses Rades – und das ist auch kein Mangel, sondern ein klares Konzept.

Wer im Alltag ein verlässliches, kompaktes E-Bike sucht, das faltet ohne Theater, Strom hat wenn man ihn braucht, und in keine Kompromissfalle tappt, sollte den CARLOS Folder F ernsthaft in Betracht ziehen. Wir empfehlen, das Rad vor dem Kauf einmal zu falten und wieder aufzubauen – fünfmal, zügig. Wenn das reibungslos klappt und sich gut anfühlt, ist das Modell das richtige.

Technisches Datenblatt

Kategorie Merkmal Spezifikation
E-System & Leistung Motor Ananda M80 Mittelmotor, 250 W, 80 Nm
Akku LG 360 Wh, integriert in Sattelstütze, abschließbar & entnehmbar
Höchstgeschwindigkeit 25 km/h
Rahmen & Fahrwerk Rahmenmaterial Aluminium 6061, Faltrahmen, Unisize
Gabel Aluminium 6061, Starrgabel
Lenker car.los Straight Bar, 3°, 540 mm
Vorbau car.los Cargo Fold, höhenverstellbar, faltbar
Griffe OXO Ergo, geschraubt
Antrieb & Schaltung Schaltwerk Shimano Tourney TY200, 7-fach
Schalthebel Shimano Tourney TY200, 7-fach
Kassette Shimano RD-M310, 7-fach, 11–38T
Kette Shimano
Anzahl Gänge 7
Bremsanlage Bremssystem Tektro T285, hydraulische Scheibenbremse
Scheibendurchmesser 160/160 mm
Laufräder & Reifen Laufradgröße 20″
Bereifung Schwalbe Big Apple, 20×2,15″ mit Reflexstreifen
Ausstattung & Komfort Sattel Selle Royal „On Open Relaxed“, Gel
Scheinwerfer Sate-Lite C13, 100 Lux
Rücklicht Sate-Lite, in Sattelstütze integriert
Gepäckträger MIK-Clicksystem, max. 25 kg
Pedale Wellgo F265 Faltpedale, Aluminium
Ständer car.los Seitenständer, Aluminium
Spezifikationen Gesamtgewicht 20,5 kg
Zulässiges Systemgewicht 120 kg (Fahrer + Fahrrad + Gepäck)
Saison 2025
Zulassungspflichtig Nein

Zusätzliche Informationen

Größe

One Size

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